Kangaroo Island – Jannas Tierparadies Teil I

Kangaroo Island stand zuerst nicht auf unserer Weltreise-Liste – aber als wir lasen, dass dort einer der besten Plätze Australiens ist, um Koalas & Co. in freier Natur zu erleben, waren wir uns schnell einig. Als wir abends nach einem langen und anstrengenden Tag an unserem ersten Campingplatz in der Stokes Bay ankamen, war die Stimmung allerdings eher mau. Die zwei Nächte davor waren schlecht gewesen, da wir an lauten und windigen Plätzen standen, und als ich dann nicht auf die Schnelle etwas Futter für das bettelnde Wallaby fand, war die Laune erstmal dahin. Ja, mit solchen Problemen hat man hier zu kämpfen! 😉

Der nächste Tag sorgte aber schnell für Aufschwung. Die Nacht war ruhig, und schon beim morgendlichen Yoga entdeckte ich den ersten Koala im Baum hängen, und überall hoppelten Wallabies. Die Stokes Bay lockte mit einem wunderschönen, abgeschiedenen Strand, den man nur durch ein wildes Felsenlabyrinth erreichen konnte. Dort ließen wir erst einmal ein paar Stunden die Seele baumeln, bevor wir gegen Nachmittag weiterzogen. Für die nächsten zwei Tage hatten wir uns einen gut ausgestatteten Campingplatz in der Nähe vom Flinders Chase National Park im Westen der Insel ausgesucht. Als wir uns dort gemütlich eingerichtet hatten, wurden wir sofort von neugierigen und offensichtlich an Menschen gewöhnten Wallabies besucht. Eines war so aufdringlich, dass es mich sofort an das unverschämte Possum erinnerte, das mir letztens das Brot aus der Hand riss. Natürlich taten wir alles, um es mit Futter so abzulenken, dass wir es streicheln konnten!

Abends entdeckten wir einen sogenannten „Koala-Walk“, ein Waldgrundstück, das zum Campingplatz gehörte. Gerade abends sind die kleinen Bären für ihre Verhältnisse aktiv, und wir hatten das Glück, sie beim Futtern und Klettern zu beobachten. Es ist erstaunlich, wie kräftig und behende sich diese pummligen, träge wirkenden Tiere fortbewegen können. Mir stockte der Atem, als sich einer – nur an zwei Armen hängend – über uns in schwindelnder Höhe über einen Ast hangelte. Ich stand bereit zum Auffangen – aber er fiel natürlich nicht!

Rein zufällig befand sich der Campingplatz in Gehweite von einem Wildpark-Resort, den wir am nächsten Tag besuchten. Auch dort gab es viele Koalas in den Eukalyptusbäumen zu finden, die wir ausgiebig beobachteten (beim Schlafen…). Im Gegenzug beobachteten die Kängurus, die überall unter den Büschen lagen, uns. Nachdem wir abends unseren heimischen Koala-Walk mit einigen Kletter-Performances der erwachten Koalas wiederholt hatten, waren wir schon fast an deren Anwesenheit gewohnt. Als uns später eine Nachbarin aufgeregt zurief, dass sich ein Koala im Baum vor ihr befand, und eine Zweite wie wild ihre Kamera zückte und hinter einem herrannte, lächelten wir nur noch freundlich und fütterten unsere Haus-Wallabies weiter. Selbst große Rabenvögel kamen zu unserem Platz und warteten geduldig in Reihe, bis sie ein Stück Nuss zugeworfen bekamen (das sie aus der Luft fingen – wirklich bemerkenswerte Tiere!). Was ein Tierparadies! Es fiel uns schwer, wieder aufzubrechen.

Aber die Insel hat schließlich noch viel mehr zu bieten – zum Beispiel die sogenannten Remarkable Rocks. Diese gigantischen Felsformationen mit dem einfallsreichen Namen besichtigten wir früh am nächsten Tag, noch bevor der große Touristenstrom ankam. Ja, früh! Mit Christian, das geht! Und es lohnte sich in jeder Hinsicht. Sie boten einen beeindruckenden Anblick, wie sie dort wie aus dem Nichts auf einer Anhöhe am Meer auftauchten. Die bizarren Formen bildeten sich innerhalb von Jahrmillionen durch Erosion und Säureeintrag durch die darauf lebenden Mikroorganismen, und bis heute verändert sich die Form der Felsen kontinuierlich. Die Remarkable Rocks hielten uns einige Stunden in ihrem Bann gefangen, und wir erforschten jeden kleinen Winkel. Natürlich sind auch viele tolle Fotos enstanden, welche sich bei dieser Kulisse wie von selbst schießen. Ein großartiger Platz, den wir gegen Mittag verließen, um noch einen Abstecher zum nahegelegenen „Admirals Arche“ zu machen. Viel versprachen wir uns davon nicht mehr, aber auf uns warteten dort noch tolle Überraschungen. Aber davon erzählen wir im nächsten Eintrag. Bis dahin – lasst es euch gutgehen!

Stokes Bay
Unser Haus-Wallaby
Koala beim Chillen
Remarkable Rocks
Remarkable Rocks

 

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Daniel
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Daniel

Steht auch Monkey Mia auf eurer Liste?Darf bei den Tiererlebnissen nicht fehlen auch wenn es kein Geheimtipp ist, aber vielleicht kennen die Aussies ja ne Alternative.