In eine neue Welt

Nach unserem zweiten Aufenthalt in Coral Bay war es nun an der Zeit, sich vom Ningaloo Reef zu verabschieden und die Rückreise Richtung Perth anzutreten. Wir planten für die Fahrt drei entspannte Tage ein, denn wir wissen inzwischen, dass man oft mehr Zeit benötigt, als geplant, und nichts so einfach ist, wie es aussieht. Und das war auch dieses Mal wieder der Fall. Anscheinend hatte die stundenlange üble Fahrt über fiese Schotterpisten unserem Auto doch mehr zugesetzt, als wir dachten. Jedenfalls standen wir nach einer kurz angedachten Pause mit einem Platten da. Unser Glück war, dass wir direkt gegenüber einer Tankstelle standen, so dass Chris dort nach einem anstrengenden Reifenwechsel gleich die Luft checken konnte. Mit dem Reservereifen fuhren wir dann zur nächstgrößeren Stadt, wo wir am nächsten Morgen die Wahl zwischen einem neuen Reifen für 120$ und einem fachmännischen Flicken der Schadstelle für 25$ hatten. Ist klar, wofür wir uns entschieden haben..  Die Panne hatte uns viel Zeit gekostet, so dass wir Perth am geplanten Donnerstag erst spät erreichten. Unser Ziel war es, am Sonntag weiter nach Indonesien zu fliegen, so dass es nun darum ging, den Wagen so schnell wie möglich zu verkaufen. Freitag früh waren die ersten Termine mit potentiellen Käufern geplant, also verbrachten wir den Abend in einer Waschstraße und brachten den Wagen und die Campingausrüstung innerhalb von mehreren Stunden auf Hochglanz. Wie so oft lohnte sich die Arbeit! Innerhalb von 2 Stunden am nächsten Tag war der Verkauf besiegelt, bei dem wir auch noch ein dickes Plus machten. So einfach hatten wir es uns nicht vorgestellt! Unser Verkaufsgeschick feierten wir mit einer Flasche Sekt am Hafen von Perth – es gibt schlechtere Orte 🙂

Und es gibt auch schönere Morgen als denjenigen danach.. mit einem fetten Kater (natürlich ist es nicht nur bei dem Sekt geblieben) quälten wir uns aus dem Bett und verbrachten den Rest des Tages mit der Organisation der Formalitäten des Verkaufs. Als auch dies erledigt war, buchten wir die Flüge und die erste Unterkunft  für Indonesien. Wie geplant, flogen wir am Sonntag nach Bali.

Für uns beide war es das erste Mal Indonesien, aber mit Bali verbindet man doch automatisch Traumstrände, türkises Wasser, Schaukeln zwischen Palmen und Tiefenentspannung. Aber wehe dem, der mit solchen Bildern im Kopf in Denpasar landet! Es empfing uns ein unglaublich hektisches Treiben, auf uns einstürzende Taxifahrer, ein endloses Gehupe und Abgase von Millionen von Autos und Mopeds, und dies alles in einer tropisch schwülen Hitze, die einem sofort in Schweiß baden lässt. Da wir es besonders schlau machen wollten, hatten wir uns vorher die App „Grab“ installiert, mit der man hier ähnlich wie mit Uber deutlich günstigere Alternativen zu den üblichen Taxis hat. Das Problem ist nur, dass die Ortung über die App nicht funktioniert. Also standen wir eine halbe Ewigkeit in sengender Hitze mitten im Verkehrsgetümmel, telefonierten hilflos mit fluchenden indonesischen Fahrern, die uns suchten, und uns schließlich aufgaben. Hilflos probierten wir es mehrmals, jedoch ohne Erfolg. Als uns schließlich ein Taxifahrer ansprach (der 150.te..), ließen wir uns nach einigen Preisverhandlungen erschöpft in sein Auto fallen und aus diesem Wahnsinn herausfahren. Zum Glück lag unsere erste Unterkunft in einem etwas ruhigeren Viertel von Denpasar in einer Seitenstraße, so dass wir uns von dem ersten Kulturschock erholen konnten. Das Anwesen hat es uns dabei leicht gemacht – uns erwartete ein kleiner privater Bungalow in einem wunderschöne Garten mit Pool, und hier holten mich am nächsten Tag keine zehn Pferde heraus. Chris hatte meinen Respekt, dass er sich in der Mittagshitze stundenlang die Umgebung anschaute. Ich war erst am Abend wieder für den Trubel bereit, so dass wir zum Abendessen zu einem kleinen Nachtmarkt fuhren, auf dem wir uns durch großartige balinesische Speisen hindurch futterten.

Die nächsten drei Nächte hatten wir weiter östlich in der Nähe des berühmten „Blue Lagoon Beach“ in einer Öko-Lodge gebucht. Inzwischen konnten wir etwas mehr Erfahrung mit Grab sammeln, so dass diesmal der Transfer gut klappte. Dort angekommen, waren wir zuerst etwas ernüchtert. Das Zimmer war klein und sehr warm, über und unter uns viel Lärm, und überall lag viel Zeug herum. Doch als wir uns in der Anlage genauer umschauten, sah man immer mehr schöne Details, und das allerbeste: Überall stromerten Katzenbabies herum, mit denen man sich stundenlang beschäftigen konnte. Dazu kamen Hunde und ein Haushuhn.. es wurde also nicht langweilig, und wir verbrachten den ersten Abend mit Essengehen und ausgiebigem Spielen und Schmusen mit den kleinen Kätzchen. Später kam ich zufällig mit einer Schweizerin ins Gespräch, die sich zu uns an den Tisch im offenen Wohnzimmer gesellte. Sie erzählte von ihren Plänen, am nächsten Tag einen Tauchkurs bei einer deutschen Tauchschule in der Blue Lagoon zu machen. Ich überlegte kurz, ob ich mich anschließen sollte – sowohl Preis als auch Bedingungen schienen mir hier perfekt. Das hieße aber, sich von Ruhe zu verabschieden und die nächsten drei Tage von morgens bis abends unterwegs zu sein. Wie ich mich entschieden habe und die nächsten Tage für uns aussahen, lest ihr im nächsten Beitrag!

Bis dahin, lasst es euch gutgehen!

Skyline am Hafen von Perth
Erste Unterkunft in Bali (Pantai Sanur)
Entspannung in der zweiten Unterkunft (Nähe Candidasa)
Nachtmarkt
Seltener Anblick – normalerweise nur am Spielen!

 

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Doria
Gast
Doria

Ich weiß, wie du dich entscheidest! 😉
Viel Spass!!!!

Tom
Gast
Tom

Echt spannend, so ein Abenteuer. Habt ihr eine gewisse Summe angesetzt, die das Ganze maximal kosten soll oder schaut ihr einfach mal, was am Ende vom Ersparten übrig ist?
Und seid ihr ein Pärchen oder „nur“ Freunde?

mista_birdy
Gast
mista_birdy

Man habt ihr unheimliches Glück gehabt.
Schwarzrückenwale und Eleganzdelfine stehen auf der roten Liste und sind vom Aussterben bedroht und dürfen daher Australien eigentlich nicht verlassen, da es nach wissenschaftlichen Angaben nur noch wenige vereinzelte Exemplare gibt, die gesichtet wurden.
Da wird bei Salatblattschmugglern schon besser aufgepasst. 😂

Viel Spaß weiterhin und liebe Grüße

Meixel
Gast
Meixel

Hey Traveleers 😀
Euer Reiseblog ist echt gelungen, sieht gut aus. Tolle Bilder, interessante Route und gut geschrieben.
Viele Grüße aus den Flitterwochen in California senden Euch Kerstin & Alex Meier 😁 haltet die Ohren steif und entdeckt die Welt