Endlich wieder mobil!

Nach einer unkomplizierten Übernahme des Mietwagens in Pattaya mischten wir uns mit einer gehörigen Menge an Respekt unter die unzähligen Autos und Mopeds auf Thailands Straßen und machten uns auf den Weg in Richtung Norden. Linksverkehr, neues Auto, fremdes Land mit viel Verkehr und eigenen Regeln, all das forderte höchste Aufmerksamkeit von uns. Doch bald merkten wir, dass Thailands Straßennetz sehr gut und breit ausgebaut ist, und dass das Fahren hier sogar sehr angenehm ist. Breite und größtenteils neue Straßen, günstige Gebühren und gute Beschilderung ließen uns schnell hinein kommen, und wir genossen den Luxus der Mobilität in vollen Zügen! Unser Highlight war jedoch die Pause an einer zufällig ausgewählten Seitenstraße der Autobahn, in der sich wohl noch kein Tourist je verirrt hatte. Nach jeder Menge Handzeichen und verständnisloser Blicke an einem kleinen Essensstand bekamen wir vermutlich das beste rote Curry unserer Weltreise vorgesetzt. Scharf wie die Hölle, aber geschmacklich eine Bombe trieb es uns die Tränen in die Augen und ein Lachen ins Gesicht.

Unser erstes Zwischenziel war Ayutthaya, die alte Hauptstadt Thailands bzw. damals noch des siamesischen Reichs. Voller Motivation, die geschichtsträchtige Stadt zu erkunden, brachen wir am ersten Abend auf, um uns 10 Minuten später in einem riesigen (Fr)Essgelage wiederzufinden! Es war Wochenende, und Freitags bis Sonntag abends öffnet die Krungsi Walking Street ihre Tore – eine stimmungsvoll beleuchtete Straße direkt am Fluss, an welcher sich Hunderte kleiner Essensstände reihen. Ein Fest für die Sinne! Unsere Highlights waren klassisches Pad Thai, das mit einer stoischen Ruhe stilecht von einer thailändischen Großmutter am Straßenrand zubereitet wurde, und kleine knusprige Crepes mit süßer Füllung, beides unglaublich lecker und frisch. Mit übervollen Mägen und dem festen Vorsatz, am nächsten Abend wiederzukommen, ging es zurück zur Unterkunft, wo uns die vielen ansässigen Katzen schon sehnlichst erwarteten.

Der nächste Tag brachte eine unglaubliche Hitze und Schwüle mit sich, doch da es unser einziger ganzer Tag in Ayutthaya war, begaben wir uns trotzdem tapfer auf Sightseeing-Tour. Völlig durchgeschwitzt, doch schwer beeindruckt, besichtigten wir zwei nahegelegene Tempelanlagen, den Wat Phra Ram und Wat Ratchaburana. Es warteten noch hunderte weitere Anlagen auf uns, doch gegen Mittag gaben wir uns schon der drückenden Schwüle geschlagen und ließen unsere Eindrücke in einem Café sacken. Und wenn man einmal sitzt… Jedenfalls ließen wir den Tag wieder mit einem Bummel über den Night Market in der Krungsri Street ausklingen.

Am nächsten Tag packten wir wieder unsere Sachen und fuhren einige hundert Kilometer in Richtung Westen, an den Rand des Erawan Nationalparks. Dort hatten wir für drei Nächte einen kleinen Bungalow direkt am Fluss Kwai gemietet. Die Gegend war malerisch schön, und wir verbrachten den ersten Abend mit Bier auf dem wackeligen aber romantischen Holzsteg mit Blick auf den Fluss und die ihn säumenden bewaldeten Hügel. Für den nächsten Tag beschlossen wir eine Kajak-Tour stromaufwärts, die nach dem Frühstück in die Tat umgesetzt wurde. Nachdem die größte Hürde geschafft war (einsteigen ohne kentern), paddelten wir im Zickzack-Kurs durch die traumhafte Flusslandschaft und genossen die friedliche, stille Natur in vollen Zügen. Als wir nach gefühlten vier Stunden harter körperlicher Betätigung wieder am Steg ankamen, staunten wir nicht schlecht, dass nur eine gute Stunde vergangen war..  Hier laufen die Uhren definitiv langsamer als in der hektischen Welt der Großstadt.

In dieser Unterkunft zahlte es sich einmal mehr aus, dass wir den Mietwagen hatten. So wunderschön und unberührt die Gegend ist, so abgegrenzt wäre man ohne fahrbaren Untersatz. Am nächsten Morgen quälten wir uns früh aus dem Bett, um zeitig am beliebtesten Ausflugsziel des Nationalparks anzukommen, den Erawan Wasserfällen. Vorher noch schnell irgendwo frühstücken war der Plan, da das Frühstück unserer Unterkunft eher bescheiden war. Wie so oft ist der Plan die eine Sache, die Realität eine ganz andere! Es war in der ganzen Gegend unmöglich, ein Frühstückscafé zu finden, das gleichzeitig offen hatte und westliches Frühstück servierte, so dass wir schließlich nach 1,5 Stunden Sucherei frustriert aufgaben und uns Pad Thai servieren ließen, das fürchterlich schmeckte und hoffnungslos überteuert war. Da half auch der „holy pineapple shake“ nichts mehr, für den die Besitzerin extra die Ananas des kleinen buddhistischen Schreins über der Theke schlachtete..

Die Wasserfälle an sich waren dann aber wunderschön! In einer dreistündingen Wanderung stiegen wir alle sieben Level hinauf, wobei sich der Schwierigkeitsgrad mit jedem Level erhöhte. Am Ende jedes Levels befanden sich natürliche Wasserfälle, die Wege dazwischen führten durch dichten Regenwald, durch Bäche oder über Felsenlandschaften, die teilweise anspruchsvolle Klettereinsätze erforderten. Als wir schließlich völlig durchgeschwitzt aber richtig stolz ganz oben ankamen, gönnten wir uns eine ausgedehnte Pause und ließen die Beine ins kühle Nass hängen. Dass die Becken voller Saugbarben waren, wussten wir (das sind die Fische, für die manche Menschen viel Geld bezahlen, damit sie einem Hautschuppen von den Füßen knabbern). Wie sehr es kitzelt, wenn sie dies tun, jedoch nicht! Ich brauchte einige Minuten hysterischen Schreiens und Lachens, bis ich mich daran gewöhnt hatte, Chris war da deutlich cooler. Es hat jedenfalls einen Heiden-Spaß gemacht! Ich hätte nichts gegen einen eigenen Saugbarben-Teich zuhause.

Viel mehr Programm gab es für uns in dieser Gegend nicht; die schwül-heiße Luft macht jede Bewegung zur großen Anstrengung und fordert lange Erholungszeiten, die wir uns auch gönnten. Über unser nächstes Ziel, die Stadt Chiang Mai im Norden des Landes, berichten wir im nächsten Beitrag. Bis dahin – wie immer – lasst es euch gut gehen!

Bestes rotes Curry ever!
Posen vor dem Wat Phra Ram in Ayutthaya
Mini Crepes und ihre stolze Herstellerin – Nachtmarkt Ayutthaya
Holzsteg am Fluss Kwai
Kajakfahren über den spiegelglatten Fluss
Ein schöner Platz zum Entspannen!
Bewundernder Blick zu den Erawan-Wasserfällen

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Janna & Chrismista_birdyDoriaKerstin Letzte Kommentartoren
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Kerstin
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Kerstin

Das klingt so toll! Würde euch am liebsten gleich wieder besuchen. 🙂 Habt weiterhin ne wunderbare Zeit und grüßt mir Thailand!

mista_birdy
Gast
mista_birdy

Immer wieder sonntags kommt die Erinnerung… la la la la la la…
Euer Blog kommt pünktlicher als die FAZ. 😊

Liebe Grüße
Ihr/Euer
mista_birdy

Doria
Gast
Doria

Sieht alles super aus, vorallem wenn ihr kocht oder euch bekochen lasst. Habt ihr eigentlich bisher nie Probleme wie Bauchweh oder ähnliches bekommen?
Hoffe deine beiden Mädels haben dir nicht zu sehr Heimweh beschert Hanna…

Was ist eigentlich das nächste große Ziel?

liebe Grüße aus Durlach!

mista_birdy
Gast
mista_birdy

Ihr versorgt uns ja immer mit super interessanten Neuigkeiten von Eurer Reise.
Jetzt wird es Zeit auch Euch mal mit News aus eurer Heimat zu versorgen, damit ihr ein gutes Gefühl habt, dass hier alles in bester Ordnung ist. Also:
ÄNDERUNG DER ÖFFNUNGSZEITEN DER FÜHRERSCHEINSTELLE UND DER HAUPTSTELLE DER FAHRZEUGZULASSUNG IM KREISHAUS
Die Öffnungszeiten der Führerscheinstelle und der Hauptstelle der Fahrzeugzulassung im Kreishaus des Rhein-Pfalz-Kreises werden sich ab 18. Juni 2018 geringfügig ändern.

So, jetzt wisst ihr Bescheid. 🤗
Ihr/Euer
mista_birdy