New York, London, Spielberg – große Namen auf dem Weg nach Hause

Nach doch recht langer Blog-Abstinenz ist es nun mehr als an der Zeit unsere Reisegeschichte fortzuführen. Kaum ist man zu Hause angekommen, sind Familie, Freunde und viele weitere Dinge berechtigterweise in den Fokus gerückt und der Blog wurde vernachlässigt. Aber dies hat ein Ende. Also… zurück zur Reise…

 

Am späten Abend ging es von San Francisco nach New York, wo wir nach einer sehr kurzen und unruhigen Nacht im Flugzeug müde aber auch gut gelaunt ankamen. Schwer bepackt kämpften wir uns durch das U-Bahn Netz in Richtung New Jersey. Ohne große Erwartungen überraschte uns eine hippe, sich gerade im Umbruch befindende Stadt mit großem industriellen Charme. Weihnachtlich beleuchtete Backsteingebäude strahlten uns an, und die Straßen wirkten erstaunlich ruhig. Leider konnten wir dies dann nicht von unserer Wohnung behaupten. Perfekt gelegen kamen wir im gefühlt baufälligsten Gebäude des Stadtteils unter. Dieser Eindruck setzte sich auch im schmuddeligen Inneren fort, aber zumindest hatten wir ein Bett und waren nahe an der Metro.

Unser erster Anlaufpunkt in New York war der Ground Zero. An jener Stelle, an der einst die Twin Towers des World Trade Centers standen, befinden sich nun zwei gigantische in den Erdboden hineinragende Löcher und erinnern an ein Ereignis, das einst die ganze Welt erschütterte. Ein Ort, in dieser hektischen Metropole, der auffällig ruhig war und von seinen Besuchern mit außerordentlichem Respekt betreten wurde. In die, die Löcher begrenzenden, Blechwände waren die Namen der beim Attentat verstorbenen Menschen eingraviert, und sie schienen einfach nicht zu enden. Der Anblick war einerseits sehr hart, jedoch ist die stilvolle Art und Weise den verstorbenen Menschen Respekt und Beileid zu bekunden eine großartige Geste.

Ground Zero

Um es nicht krasser gestalten zu können folgte im Anschluss ein Besuch des Time Square. Selbst am hellen Tag wurden wir von der Wucht der gigantischen Leuchtreklame erschlagen. Fasziniert haben uns aber auch die unzähligen Menschen, die vor M&M, Coca Cola oder anderer Werbung für ihren nächsten Post auf Instagram posierten. Wir hatten unseren Spaß. Wo wir gerade bei M&Ms sind, die M&M World durfte natürlich auch nicht fehlen. Da in den USA alles irgendwie etwas größer ist als im Rest der Welt, überraschte es uns nicht wirklich, dass es auf drei Stockwerken wirklich so Alles im M&M Style zu kaufen gab, und natürlich auch gekauft wurde.

Times Square

Der anschließende Besuch im Central Park war weniger spektakulär als erwartet. Der Park war, bedingt durch die Jahreszeit, grau und wenig einladend, jedoch wurden wir beim Gang entlang eines Teichs auf einen kleinen Star aufmerksam gemacht, „Hot Duck“. Es handelt sich hierbei um eine äußerst schöne Mandarin Ente, die sich in den Central Park verirrt hat und mittlerweile die wohl berühmteste Ente der Welt ist. Ihre reine Präsenz hat ihr bereits etliche Besuche von Fernsehsendern sowie Zeitungsartikel beschert. Ein Autogramm hat sie uns leider verwehrt. Ähnlich dem Menschen steigt wohl auch Enten der Erfolg manchmal zu Kopf. Was in der Vorweihnachtszeit in New York natürlich nicht fehlen durfte, war der Besuch des gigantischen Weihnachtsbaums am Rockefeller Center. Auch wenn es sehr sehr voll war, genossen wir die Zeit und die weihnachtliche Atmosphäre.

Christmas time…

Am nächsten Tag spazierten wir bei schönstem Wetter über die volle aber architektonisch faszinierende Brooklyn Bridge nach Brooklyn hinein. Speziell das Viertel „Dumbo“ hatte es uns angetan. Hier wurden alte Hafengebäude sehr exklusiv restauriert und es sammeln sich ausgefallene Designerläden, schicke Lofts und abgefahrene Galerien. Um unsere Gesundheit zu schonen und nicht aus allen Nähten zu platzen, bereisten wir die USA gemäß dem Kredo jedes ungesunde Essen nur ein einziges Mal zu probieren. Es gab schon fette Pizzen, Burger, Donuts, Cookies, Brownies und vieles mehr. Pancakes fehlten jedoch noch! Also spazierten wir in Brooklyn in ein beliebtes Pancake House und wurden nicht enttäuscht. Kugelrund ging es über die eher wenig spektakuläre Wallstreet in den Battery Park, den südlichsten Zipfel von Manhattan. Von hier aus konnten wir aus der Ferne die Freiheitsstatue bewundern, jedoch war die Hauptattraktion die handzahmen dicken Eichhörnchen, die sich hemmungslos auf unsere Mandeln stürzten.

Janna auf der Brooklyn Bridge

Zum Abschluss wollten wir nochmals den Weihnachtsbaum am Rockefeller Center besichtigen. Zumindest so der Plan. Als wir aus der U-Bahn geschoben wurden, traf uns fast der Schlag. Die Fußwege der Straßen waren mit Zäunen abgesperrt, und wir sahen auch warum. Es ging nichts mehr. Ein gigantischer Menschenmob versuchte sich zum Weihnachtsbaum zu schieben, und mittendrin wir. Es war keine lange Diskussion notwendig um hier wieder schnell zu verschwinden. Stattdessen ging es zu einem kleinen „Weihnachtsmarkt“ im Bryant Park, wo wir einem Flitzer auf der Kunsteisfläche zujubeln konnten. New York, schön war es bei dir!

 

Der letzte Zwischenstopp vor unserer Weihnachtsheimkehr war, wie jedes Jahr, London, mit dem Ziel die Darts Weltmeisterschaft und einige unserer Freunde zu sehen. Bevor die wilde Meute eintraf, erkundeten wir London noch zu zweit. Es sollte sich als gute Idee herausstellen. Janna laborierte am Jetlag ihres Lebens und somit bestanden die ersten beiden Tage aus schlafen, essen und nichts tun. Da wir schon einiges von London kannten, sollte es dieses Jahr etwas alternativer zugehen. Zunächst widmeten wir uns dem Stadtteil Notting Hill. Neben den gepflegten kleinen bunten Stadthäuschen gibt es dort jede Menge Antiquitätenhändler, alternative Läden, tolle Bäckereien und einen täglich stattfindenden Flohmarkt, den wir uns nicht entgehen ließen. Nein, Notting Hill ist nicht nur etwas für Mädchen…

Auch das Szeneviertel Shoreditch stand auf unserer Agenda und stand im kompletten Gegensatz zu Notting Hill. Graffiti besprühte modernisierte Industriehallen sind hier das zu Hause für trendige Bars, Galerien und Start Ups. In jeder kleinen Seitenstraße verbarg sich eine andere Überraschung. Über den architektonisch beeindruckenden Leadenhall Market spazierten wir zur verfallenen Kapelle St. Dunstan-in-the-East, einer Ruheoase inmitten der hektischen Innenstadt. Kulinarisch ließen wir es uns anschließend im Borough Market gut gehen. Hier findet unter einer Bahnbrücke täglich ein Wochen- und Foodmarkt statt, der uns rundum begeisterte. Es gab hier wirklich Alles in einem einzigartigen Ambiente. Am Abend entdeckte Janna eine Weinbar mit innovativem Selbstbedienungskonzept. Spontan machten wir uns auf den Weg und probierten uns quer durch die Weinkarte, hohe Rechnung und Kater inklusive.

Leadenhall Market
St. Dunstan-in-the-east

Am Nachmittag darauf war es dann endlich soweit. Wir wurden resozialisiert! Sonja, Roman, Stefan und Stephan stießen zu uns! Nach feucht fröhlicher Begrüßung machten sich sechs lila Drachen auf den Weg zum legendären Alexandra Palace. Bewaffnet mit Bierkrügen ging die Party los. Es wurde getrunken, manchmal Darts verfolgt, mit Super Marios, Ballerinas und jeglichem anderen betrunkenen Volk gefeiert und… natürlich weitergetrunken. Es war wie jedes Jahr einfach legendär!

Sechs rosa Partydrachen
Wenn Drachen Bus fahren…

Das Wetter am folgenden Tag machte wenig Freude, denn es regnete ununterbrochen. Letztendlich hielt es uns jedoch nicht davon ab die Stadt zu erkunden bevor wir am Abend durch die Pubs von Covent Garden zogen und nochmals unsere letzte Energie zum Feiern mobilisierten. Sonja, Roman, Stefan, Stephan: Es war schön mit euch!

Und plötzlich war der Tag da, der für uns am 08.03.2018 noch in so unfassbarer Ferne lag. Es ging tatsächlich nach Hause zu unseren Familien. Vor uns lagen nun die grenzenlose Freude unserer Liebsten, ein besinnliches Weihnachtsfest und ein großer Berg Ungewissheit wie es für uns weiter geht. Seid gespannt…

1
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
1 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
1 Kommentatoren
mista_birdy Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
mista_birdy
Gast
mista_birdy

So, ihr zweibeiden,

jetzt war lange genug Zeit „schmutzige Wäsche“ zu waschen.
Ihr müsst jetzt aber wieder los. Wir wollen doch, wo der Frühling vor der Tür steht, bald wieder sonntags mit’m Käffchen auf der Terrasse eure spannenden Blogs lesen. 😎😉

Also macht hinne und bis bald

Angie und Steffen