Über Tiefenentspannung und käufliche Liebe

Nach vier faszinierenden, verrückten und kulinarisch spektakulären Tagen in Bangkok, trat Sonja leider den Rückweg nach Deutschland an. Der Rest der Truppe sehnte sich nach insgesamt acht Tagen Großstadt nach etwas Ruhe und Erholung. Während Janna auf Bali ihren Tauchschein machte, lernte ich ein australisches Ehepaar kennen, die mir die kleine Insel Koh Mak als eine der letzten wirklich ruhigen Inseln Thailands nahelegten. Klang gut, und so ging es an den Busbahnhof von Bangkok, mit dem Ziel den richtigen Reisebus unter gefühlt Tausenden zu finden. Aber unsere leicht verwirrten Blicke wurden sofort von den hilfsbereiten Thailändern erspäht und so führte uns ein netter Herr zielgerichtet zu unserem „Bus“. Dieser entpuppte sich als ein kleiner fieser Minibus, der bis unter das Dach mit Menschen und Gepäck vollgestopft wurde. Und klar, zwischendrin Kerstin, Janna und ich. Sechs Stunden später in Trat ging es dann auf der Ladefläche eines Pick-Ups (Songthaew) zum Pier und mit dem Speedboat auf Koh Mak. Angekommen am Pier, erwartete uns das nächste abgefahrene Fortbewegungsmittel. Ein Motorroller mit Seitenwagen sollte es dieses Mal sein. Beladen mit drei skeptischen Touristen, jeder Menge Gepäck und dem Fahrer, ging es in Richtung Unterkunft. Unser leichtes Unwohlsein teilte leider auch der Fahrer und kommentierte dies zunächst mit einem unerwarteten manisch gruseligem Lachen und anschließenden „Oh, Ohoh,…“-Kommentaren. Trotz aller Skepsis sind wir aber auch hier gut und sicher angekommen. 

Das Australische Ehepaar sollte Recht behalten. Wir waren in einem kleinen (im wahrsten Sinne des Wortes) Paradies. Von Palmen gesäumte Strände, ausschließlich kleine Gasthäuser/Hotels und nahezu keine Touristen. Und was macht man an einem solch tollen Ort? Klar, krank werden! Und so gab es für mich zunächst zwei Tage Bettruhe während die Mädels mit dem Fahrrad (was bei ca. 35 Grad und 90% Luftfeuchte wohl nicht ganz unanstrengend war) die Insel unsicher machten und zwischen Traumstränden, Urwald und Cocktails pendelten. 

Nach insgesamt zwei tollen Wochen mit Kerstin war es nach 4 Tagen auf Koh Mak für sie leider an der Zeit, die Heimreise anzutreten. Wir beschlossen, noch etwas auf der Insel zu bleiben, und mit zwei Motorrollern bewaffnet ging es (dann auch endlich für mich) ans Erkunden der etwas entlegeneren Gegenden der Insel. Es wurde durch den Regenwald zu einsamen Stränden gewandert, auf Bambusstegen abgehangen und geschnorchelt. Die Natur war hier wunderschön, aber es war mal wieder erschreckend für uns, wieviel Plastikmüll auch hier überall herumlag. Wir fanden ihn in Massen sogar an den einsamsten Stränden, angespült vom Meer. Das zu sehen schärft noch einmal mehr unser Bewusstsein für das Müllproblem und motiviert uns, so wenig Müll wie möglich zu produzieren, und unser Standardsatz an jeder Kasse lautet „No bag, please“. Auch wenn es gefühlt nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.. 

Da insbesondere die Unterwasserwelt im Ko Rang Nationalpark besonders schön sein sollte, ging es gemeinsam mit Josh und seiner Mutter, zwei sehr entspannten amerikanischen Tauchschülern, ins tiefe Blau. Neben imposanten Korallengärten war auch das Fischreichtum beeindruckend. Aber schaut euch einfach selbst die Bilder und Videos hierzu an. 

Am Abend trafen wir die Beiden zufällig wieder und so klang unser Aller letzter Abend bei Pizza und jeder Menge Maracuja Mojitos aus. 

Nach der ganzen Entspannung war es mal wieder an der Zeit für etwas Trubel. Es ging mit dem nächsten fiesen Minibus (wie soll es auch anders sein) in einer episch langen Fahrt in das 250km entfernte Pattaya. Genau, DAS Pattaya. Wir konnten es uns einfach nicht entgehen lassen uns ein eigenes Bild von der Stadt zu machen, die jeder mit dickbäuchigen alten Langnasen und Prostitution verbindet. Und es war einfach nur abgefahren! 

Pattaya ist generell nicht die schönste Stadt. Lange mit Sonnenliegen gespickte Strände, Hochhaushotels, die die Promenade verschandeln und Unmengen an Bars formen das Stadtbild. Bereits bei der Ankunft fiel uns auf, dass erstaunlich viele ältere Herren allein oder in Begleitung einer meist hübschen, jungen Thai anzutreffen waren. An unserem ersten Abend ging es für uns vorbei an jeder Menge Bierbars, in welchen leicht bekleidete Barmädchen aus meist armen Verhältnissen auf zahlungskräftige liebesbedürftige Gäste warteten, auf einen Nachtmarkt zum Essen. Neben köstlichen Speisen hatten wir hier beste Unterhaltung. An unseren Nachbartisch setzten sich zwei absolute Vorzeigeexemplare. Alt, zahlungskräftig und fernab ihrer besten Jahre. Wenige Minuten später wurden zwei, den Markt betretende Thai Mädchen angesprochen und diese leisteten den beiden Herren prompt Gesellschaft. Es wurde über die Leiden mit Thai Männern geklagt, an den Muskeln der Herren herumgedrückt und recht eindeutige Gespräche geführt. Wie der Abend ausging, man kann es sich denken. 

Angestachelt hiervon ging es am folgenden Tag in die berüchtigte Walking Street. Hier verwandelt sich   nach 17 Uhr eine normale Straße in die größte Sündenmeile Thailands. Es reihen sich auf eine Länge von mehr als einen Kilometer Bierbars, Discotheken und Gogobars. Alle paar Meter werden Männchen sowie auch Weibchen auf Ping-Pong-Shows angesprochen und zwischendrin sind sie… ältere, gut beleibte Herren mit kurzer Hose, hochgezogenen Tennissocken und einem Blick in den Augen der die Sehnsucht nach der großen Liebe versprüht. Und so beobachteten wir das Treiben bei jeder Menge Spaß  bis in den frühen Morgen. 

Damit war es dann aber auch genug und es ging an die Weiterreise nach Ayutthaya – zum ersten Mal auf unserer Weltreise mit Mietwagen und glücklicherweise ohne Minibus… 😉 Wir berichten in Kürze!

Entspannt den Tag ausklingen lassen
Nicht nur den Menschen setzt die Hitze zu
Wer will da keine Kokosnuss sein?

 

Ohne Worte 😉
Ms. Bambuspier 2018
Aus dem Meer angespülter Müll am Traumstrand von Koh Mak
Ko Rang Nationalpark
Pattaya bei Tag
Walking Street Pattaya

 

6
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
3 Kommentar Themen
3 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
4 Kommentatoren
Janna & ChrisChristianBianca Gärtnermista_birdy Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
mista_birdy
Gast
mista_birdy

Ist es den Einwohnern dort egal, wie ihre eigenen Strände aussehen? Oder haben sie mittlerweile einfach aufgegeben, weil es sinnlos ist? Uns ist das im Urlaub auf Maurice auch aufgefallen. Am Hotel alles perfekt, zehn Meter weiter scheint es keinen zu stören, dass Tonnen von Müll am Strand vor sich hin gammelt, obwohl dort Einheimische leben. Sehr schöne Unterwasseraufnahmen. Aber!!! Clownfische darfst du doch nicht ärgern. Der kennt die Dori und die kann wuuaalisch. 😉 Dorie ist Meisterin der Walisch-Sprache. Ein Vorurteil kann ich mal aus dem Weg räumen. Die älteren Herrschaften in Tennissocken wollen bestimmt nur bisschen reden und… Weiterlesen »

Bianca Gärtner
Gast
Bianca Gärtner

Wieder tolle Bilder von euch und jetzt auch noch Videos. 🙂 (y)
Das mit dem Müll an den Strände ist es echt schockierend. *-)

Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und erlebt noch viel Abenteuer 🙂

Lg
Bianca

Christian
Gast
Christian

Hallo ihr zwei!
Euer Blog wird immer fleißig verfolgt, aber sooo neidisch wie jetzt war ich schon lange nicht mehr… Ping-Pong-Bar… ich glaube ich muss unbedingt auch mal nach Pattaya… 🙂
Viel Spaß weiterhin bei Eurer Reise!
Viele Grüße Christian